
Mittwoch, 12. November 2014
Die Australier erheiterten uns heute Morgen mit unfreiwillig komischen Schildern: in unserem Hotel-Arrangement war Frühstück inklusive (nur leider war das Buffet bereits von einer Tourgruppe geplündert worden). Für die weniger Glücklichen, die für den Spass bezahlen mussten, standen die Preise fein säuberlich auf einer Tafel notiert: 20 Dollar für Continental, 30 Dollar für Full Breakfast und darunter: Keep Smiling :-). Tja, bei diesen Preisen vergeht einem das Lächeln ja wohl eher... Beim Tanken dasselbe: zuerst witzelten wir noch darüber, dass wir aufgefordert wurden: „Smile, you‘re on camera“. Als wir aber den Spritpreis (Diesel 2.33 Dollar / Liter) sahen, verging uns das Lachen. Am Ende der Welt zu sein hat halt auch seine Nachteile.
Die Fahrt nach Yulara war nach der holprigen Geschichte gestern direkt erholsam und bot immer wieder faszinierende Gemälde aus knallroten Sanddünen mit grünen Sträuchern vor blauem Himmel. Auch aus der Ferne erfreute uns der Uluru bereits mit einem faszinierenden Anblick - von Nahem ist dieses kulturelle und landschaftliche Weltkulturerbe einfach nur überwältigend.
Die Temperaturen sind hier übrigens laut den Locals „abnormally high“, d.h. um 11 Uhr bereits bei knackigen 35°C, am Nachmittag dann bei über 40°C. Bei der Ankunft in Yulara waren die Höchstwerte erreicht, was bei Sonja kurzfristig eine kleine Krise auslöste. Bei diesen Temperaturen fällt nämlich vieles schwer; zum Beispiel denken und sich bewegen. ;-)
Beim Check-in in unser grandioses Hotel (das Highlight bisher) erwartete uns eine schöne Überraschung: ein Upgrade zur Suite sei für uns Honeymooner „on the house“. Fast hätten wir Freudensprünge vollführt (wenn es denn nicht so heiss gewesen wäre), als wir unsere Suite/Wohnung mit zwei Balkonen und einer Terasse inklusive Lounge und bequemen Liegen sahen. Der absolute Wahnsinn! Wir wollten uns gerade auf den Weg zum Pool machen, als auch noch sparkling wine und ein Kärtchen unterschrieben vom Manager gebracht wurden. Das ist mal ein Empfang ;-)
Der Pool brachte die gewünschte Abkühlung, und wir machten uns bereit für das Sounds of Silence Dinner. Zusammen mit einer gutgelaunten, wild gemischten Truppe genossen wir einen Apéro mit einem wunderbaren Hintergrund: links der Uluru rechts die sogenannten Olgas.
Nach einer Showeinlage mit traditionellen Aborigines-Tänzen und Digeridoo-Klängen wurden wir zu unseren Tischen im Sand neben der Düne geführt.
Unsere Tischnachbarn kamen aus Australien, den USA, aus England und Kanada. Diese Multikulti-Tafelrunde war sehr spannend und unterhaltsam - vor allem nach den ersten Gläsern Wein. Für uns sehr witzig war zum Beispiel der folgende Dialog:
Sonja: And you, where are you from?
Lady: From the US.
Sonja: Ok, but whereabouts?
Lady: From the USA - the United States of America.
Aha... Wie sich dann doch noch herausstellte war die Dame aus Ohio und eigentlich durchaus weltgewandt. Sie probierte übrigens schon Fondue („Fondjiu“) in Zermatt („Sörmaat“) ;-)
Ein Höhepunkt des Abends war der Moment, als alle Lichter gelöscht wurden und der Blick auf den Sternenhimmel frei wurde. Ein Astronome erklärte wortgewandt, wie man sich auf der Südhalbkugel orientieren kann (der Polarstern befindet sich von hier aus direkt unter dem Dessertbuffet im Boden...), welche Sternbilder gerade zu sehen sind und dass es weniger Sandkörner auf der Erde gibt als Sterne im „sichtbaren“ Universum. Zwei Teleskope sorgten zusätzlich für faszinierende Einblicke ins Weltall. Nach einem Tag mit solch unglaublichen Eindrücken kommt man sich doch als Mensch wieder einmal ganz klein vor.
Nichtsdestotrotz wollen wir unsere flüchtige Zeit auf diesem Planeten gut nutzen und werden morgen früh aus den Federn steigen, um den Uluru in der Morgensonne und bei erträglichen Termperaturen umwandern zu können.