
Montag, 10. November 2014
Nach dem Frühstück (dank eines übellaunigen Kellners eine ziemlich zähe und langweilige Angelegenheit) deckten wir uns in Alice Springs mit 18 Litern Wasser ein und machten uns auf den Weg, das rote Zentrum zu erkunden.
Wir fuhren westwärts auf dem Larapinta Drive, um entlang der MacDonnell Ranges die Sehenswürdigkeiten der Gegend zu sehen. Schon bald erkannten wir, dass die Wüste tatsächlich lebt - viele Bäume und Sträucher sind noch grün, warten aber sehnsüchtig auf den nächsten Regen. Ausgetrocknete Flussläufe sind immer noch so beschildert, als ob sie Wasser führen würden, was interessante Probleme hervorruft (siehe Bild rechts).
Die MacDonnell Ranges sind Gebirgszüge, die nach ihrer Entstehung einmal so hoch wie der Himalaya waren, im Laufe der Jahrmillionen aber wieder viel von der ursprünglichen Höhe eingebüsst haben. Wer den ganzen Larapinta Trail entlang der Hügelkette zu Fuss absolvieren will, braucht viel Vorbereitung und fast drei Wochen Zeit. Teilabschnitte können aber innerhalb eines Tages bestritten werden, auch diese kurzen Strecken können aber „very hard“ sein, sodass wir dankend verzichteten. Auf dem Weg in den Standley Chasm waren wir aufgrund der zahlreichen Schilder am Anfang des Wegs sehr gut informiert ;-)
Der halbstündige Weg hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, um die Mittagszeit in der Nadelöhr-artigen Schlucht ankamen. Das flammende Rot der Wände kommt nur während ca. einer Stunde am Tag so richtig zur Geltung, sonst erreicht die Sonne die steilen Wände nicht. Gutes Timing also ;-)
Wir folgten weiter dem Red Center Way und erlebten wieder eine Überraschung, als wir am Ellery Creek Big Hole einen Badesee mitten in der Wüste entdeckten.
Unser Tagesziel, das Glen Helen Resort liegt direkt bei der gleichnamigen Schlucht, die wir gegen Abend nach einer kurzen Siesta erkundeten. Das Zusammenspiel von Wasser, roten Felsen und Sonnenlicht bescherte uns eine bezaubernde Stimmung. Wenn man sich hinsetzt und still verhält, erhält man auch einen Eindruck vom geschäftigen Treiben der lokalen Tierpopulation. Im Resort haben wir weder Mobiltelefonempfang noch Internet, aber die Lage macht die fehlenden Annehmlichkeiten mehr als wett. Wir konnten unser Nachtessen auf der Terasse mit Blick auf die Schlucht einnehmen und wurden nach der Hitze des Tages mit einem wunderbar warmen Wind verwöhnt.
Beim Eindunkeln erschien dann ein Stern nach dem anderen. Weil hier in der Wüste weder Dunst noch Lichtverschmutzung ein Thema sind, resultierte am Ende einer der schönsten Sternenhimmel, den wir je gesehen haben.
Nun sind wir gespannt auf die berühmte Merreenie Loop Offroadstrecke, die wir morgen unter die Räder nehmen werden!