
Sonntag, 3. Juni 2012
Heute Morgen wurden wir vor unserem Zimmer von einem Rudel Gänsen begrüsst. Unter den wachsamen Augen der Eltern, durften die Kleinen auf einen ausgiebigen Fress-Spaziergang gehen. Der ganze Tross bewegte sich ungestört entlang der Hotelanlage und liess sich nicht merklich von den fotografierenden Hotelgästen ablenken.
Die Fahrt von Jackson nach Salt Lake City führte uns durch den Süden des Bundesstaats Idaho. Der flächenmässig 11.-grösste Staat ist nach der Einwohnerzahl gerade mal auf Platz 37. Für uns bedeutete dies schier endlose Weiten von Graslandschaften und alle 20 Meilen mal wieder ein paar Häuser oder gar ein Städtchen. Dementsprechend machten auch die Einwohner auf uns einen sehr ländlichen Eindruck. Es gibt hier scheinbar nur Farmer und pensionierte Farmer...
Ein angenehmer Nebeneffekt unserer Fahrt Richtung Süden ist jedoch, dass hier die Temperaturen zum ersten mal wieder über 20 Grad Celsius liegen und so konnten wir unser Nachtessen im italienischen Caffe Molise unter freiem Himmel bei fast 30 Grad geniessen.
Salt Lake City ist eine von der mormonischen Tradition geprägte Stadt. Dies merkten wir spätestens, als wir im neu eröffneten Einkaufszentrum standen. Da heute Sonntag war, hatte praktisch kein Geschäft geöffnet - im vom Kommerz geprägten Amerika eine absolute und äusserst auffällige Ausnahme! Die ganze Umgebung war Menschenleer. Nur wir und ein paar Touristen stolperten etwas verloren zwischen den geschlossenen Geschäften umher.
Den sehr heissen Nachmittag nutzen wir weiter, um dem Capitol, dem Regierungssitz von Utah einen Besuch abzustatten. Das Regierungsgebäude liegt auf einer kleinen Anhöhe im Norden, was uns einen beeindruckenden Ausblick über die Stadt und die nähere Umgebung mit dem grossen Salzsee ermöglichte. Faszinierend ist, dass die Bergkette im Norden grün und von Bäumen überwachsen ein interessanter Kontrast bildet zu den Hügeln, Wüsten und Salzseen im Süden der Stadt.
Unweit unseres Hotels (das Salt Lake Plaza) liegt der Temple Square. Dabei handelt es sich um das „Kirchenviertel“ der Stadt. Die verschiedenen Kathedralen dürfen nur von den ortsansässigen Gläubigen besucht werden. Andernfalls benötigt man, um Einlass zu erhalten, ein persönliches Empfehlungsschreiben eines Mormonen-Bischofs.
Die einzige für die Öffentlichkeit zugängliche Kirche ist die Salt Lake Tabernacle Church. Die schlichte Kirche ist berühmt für ihren Chor und die grössten Orgelpfeifen der Welt. Bei unserer Besichtigung fiel uns vor allem die technische Ausrüstung auf, die in einer europäischen Kirche nicht vorstellbar wäre. Es gab verschiedene, fest installierte Scheinwerfer an der Decke und mitten in der Kirche ein Mischpult.
Morgen werden wir die Family History Library besuchen und die Umgebung von Salt Lake City erkunden. Die Family History Library ist die grösste genealogische Sammlung von Aufzeichnungen über Geburts-, Todes- und Heiratsurkunden aus über 100 Länder und geht bis zu 500 Jahre zurück. Insbesondere Personen, die damals in die USA einwanderten, sollten praktisch vollständig erfasst sein.
Jetzt lassen wir den Abend im Hotel ausklingen und sind morgen auf einen ereignisreichen Tag gespannt.