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Australien pur

Freitag, 7. November 2014

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Bereits gestern Abend planten wir die heutigen Highlights und als uns der Wecker um 7 Uhr aus dem Schlaf holte, waren wir schon kurze Zeit später voller Tatendrang am Frühstücksbuffet des Hotels. Auf dem Programm stand ein Besuch der Katherine Gorge, einem Nationalpark in der Nähe des Städtchens, der wegen seiner imposanten Schluchten berühmt ist.


Kaum dort angekommen, wurden wir schon auf dem Parkplatz von den „Einheimischen“ kritisch beäugt und gemustert.


Es folgte eine kleine Wanderung im Park, die wir aber aufgrund der aufkommenden Hitze knapp halten mussten. Erneut konnten wir feststellen, dass wir hier die Jahreszeit mit den eher anspruchsvollen Durchschnittstemperaturen erwischt hatten.


Der täglichen Hitze angepasst, verlagert sich unser Programm zunehmend auf die frühen aber immerhin kühleren Morgenstunden. Trotz allem war der Aufstieg die Mühe wert und die Aussicht auf den Katherine River einfach unbeschreiblich.


Übrigens hätten wir hier die Möglichkeit gehabt, die verschiedenen Schluchten mit dem Helikopter zu überfliegen und uns so einen Eindruck aus der Vogelperspektive zu verschaffen. Es wäre allemal ein imposantes Erlebnis gewesen, wenn da nicht... "closed for the wet season".


An allen Ecken und Enden merken wir, dass hier bereits ein halbes Jahr lang Trockenheit herrschte. Die Rinder sind völlig abgemagert, weil die Wiesen dürr sind und es nur noch wenig Futter hat. Auch die Warnschilder, wonach die Strasse jederzeit von hochgehenden Flüssen geflutet werden könnte, können wir irgendwie nicht wirklich so ganz ernst nehmen. Wenn wir die Landschaft so betrachten, ist es unvorstellbar, dass die jetzt ausgetrockneten Flussbetten sich in der Regenzeit zu reissenden Strömen entwickeln können.


Auf der Weiterfahrt zu unserem heutigen Ettappenziel, der Mount Bundy Station in Adelaide River, legten wir noch einen Zwischenstopp bei den Edith Falls ein. Auch hier liessen wir uns von der eindrucksvollen Landschaft verzaubern und gönnten uns ein kurzes Fussbad in den von Süsswasserkrokodilen bewohnten Pools. Süsswasserkrokodile sind sozusagen die Vegetarier unter den Krokodilen und wir waren für sie daher zum Glück völlig uninteressant :-)


Es ist schon ungewohnt, bei Gegenverkehr mit bis zu130 km/h durch den Busch zu brettern aber bis auf die überfahrenen Kängurus und Wallabys am Strassenrand - die sich übrigens gerne, vor allem nachts vor jeden Scheinwerfer stellen - deutet nichts auf besonders gefährliche Strassenverhältnisse hin. Ach und Leitplanken oder Brückengeländer kennen die Australier offenbar nicht.


Dieser Beitrag entsteht übrigens grösstenteils auf der Veranda des Cook‘s Cottage, unserer Residenz für diese Nacht. Wir haben in der Mount Bundy Station ein ganzes Häuschen mit Wohnzimmer, Küche, Badezimmer und zwei Schlafzimmern zur Verfügung. Vor wenigen Minuten ist die Sonne unter gegangen. Überall um uns herum zirpt und raschelt es und wir haben hier Gesellschaft von Fröschen, Gänsen, Wallabys und an der Decke lauert eine Eidechse auf ihr Abendessen.


Die Mount Bundy Station befindet sich irgendwo im Nirgendwo. Das Licht flackert, weil der Generator wahrscheinlich nicht mehr der jüngste ist und wir erhielten beim Check-in den Hinweis, dass wir doch den WC-Deckel geschlossen lassen sollen, um nicht Besuch von einer neugierigen Kröte zu erhalten... und es war nicht als Witz gemeint!


Morgen wird der Tag wieder bei Sonnenaufgang um 6 Uhr beginnen, da wir die kühleren Morgenstunden für einen Auflug in den Litchfield Nationalpark nutzen möchten.



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