
Sonntag, 2. November 2014
Spannend und exklusiv gestaltet sei der Flughafen Dubai - so wurde uns berichtet. Vom Transitbereich, den wir während knapp vier Stunden kennen lernen „durften“, kann man das nicht unbedingt behaupten. Statt Glamour waren Baustellen und Presslufthammer angesagt. Immerhin gab es in den Läden 12 L Flaschen Château Margaux für 195‘000 US-Dollar zu erstehen, und Lindt und Sprüngli durfte in der Shoppingpassage auch nicht fehlen.
Nachdem uns bei der zweiten (!) Sicherheitskontrolle am Gate unsere kurz davor erstandenen Wasserflaschen wieder abgeknöpft worden waren („I‘m afraid, whater is not allowed...“), war der folgende 10-stündige Fluge nach Perth leider eine ziemlich durstige Angelegenheit. Wegen Turbulenzen (halb so wild) mussten wir ca. 3 Stunden angeschnallt sitzen bleiben, und die Stewardessen konnten (oder wollten) in dieser Zeit keinen Service leisten. Aber auch dieser Flug nahm ein Ende, und wir waren bemerkenswert schnell raus aus dem Flughafen (da könnten sich die Amis eine Scheibe abschneiden!). Mitten in der Nacht trafen wir um halb drei Uhr in unserem Hotel in Perth ein.
Nach einem fast schon komatösen Schlaf nahmen wir heute Perth unter die Füsse. Die Stadt fällt durch ihren auffälligen Architekturmix auf, wo alt neben neu scheinbar zufällig zusammengewürfelt wird.
Im riesigen King‘s Park genossen wir die Aussicht auf die Stadt und den Swan River und stellten fest, dass die Australier mit viel Hingabe und Brimborium dem Sonntagspicknick im Park frönen. Obwohl wir schon einen Vorgeschmack auf die australische Sonne erhielten, sorgte der „Freemantle Doctor“, eine Bise vom Ozean her, für eine zum Teil deutlich spürbare Abkühlung.
Die Australier sind sehr kommunikativ und „gwundrig“, schon mehrfach wurden wir mit freundlichem Smalltalk über Gott und die Welt - insbesondere Australien - kurzfristig in Beschlag genommen. Die netten Gespräche enden alle mit „see you later“, obwohl beide Parteien wissen, dass es nie dazu kommen wird...
Im King‘s Park gab es auch noch Geschichtsträchtiges zu erfahren: ein Kriegsdenkmal erinnert an Australiens Beteiligung im ersten Weltkrieg. Ausserdem - man(n) halte sich fest - gilt in Westaustralien seit 1899 das Frauenwahlrecht. In der Schweiz gilt dasselbe Recht flächendeckend erst seit 1971 - dazu braucht es wohl keinen weiteren Kommentar!
Am Abend kam dann wie aus dem Nichts eine Regenfront, die uns aber nicht mehr lange beschäftigen wird. Morgen Montag geht es in aller Frühe an den Flughafen, wo wir einen Inlandflug nach Darwin nehmen werden. Northern Territory wir kommen!