
Mittwoch, 20. März 2019
Der heutige Tag startete vielversprechend. Einerseits weil unser kleiner Wecker bis um 7 Uhr schlummerte und andererseits kündeten im Verlauf des Vormittags immer wieder vereinzelte Sonnenstrahlen einen positiven Wetterumschwung an. So entschieden wir uns für einen Abstecher nach Sanibel Island, einer vorgelagerten Insel, die wir bereits auf unserer Reise vor 8 Jahren einmal besuchten und in bester Erinnerung hatten. Sanibel ist bekannt für seine mit Muscheln überschwemmten Strände und ist über eine kilometerlange Brücke mit dem Festland verbunden.
Dieses Mal statteten wir aber noch nicht dem Strand sondern dem Tierschutzreservat J.N. "Ding" Darling National Wildlife Refuge einen Besuch ab. Safari auf amerikanisch sozusagen. Diese besteht darin, dass man mit dem Auto (wie sonst?) einen 4 Meilen langen Weg abfährt und dabei mitten durch den von Vögeln, Reptilien und Amphibien bevölkerten Naturschutzpark kurvt. Ich hatte ja insgeheim bereits die leise Hoffnung, dass damit unser SUV-Entscheid gerechtfertigt gewesen wäre und die holprige Schotterpiste sicher nur mit einem anständigen 4x4 Fahrzeug passierbar sei.
Denkste! In Wirklichkeit führt eine perfekt ausgebaute Strasse durch den Park mit allerlei Aussichtspunkten und Haltestellen. In regelmässigen Abständen werden die Autos am Strassenrand abgestellt und nach zwei, maximal drei Schritten ist das beschriebene Highlight erreichbar. Eben, Safari auf amerikanisch. Im Visitor Center lernten wir dann allerlei Wissenswertes zur beheimateten Flora und Fauna. Zum Beispiel den Unterschied zwischen den amerikanischen Alligatoren und Krokodilen. Mein Fazit: Unterschied hin oder her - macht sich beides gut als Gürtel oder Uhrenarmband! Verschiedene Schilder unterwegs warnten auf jeden Fall davor, sich zu nahe an die Gewässer zu wagen. Mir kam dabei immer wieder der Spruch einer australischen Rezeptionistin in den Sinn, die uns auf der Hochzeitsreise damals sagte „Even you don‘t see them, they are there!“
Zum Znacht legten wir dann statt eines urzeitlichen Reptils den besten Teil eines Rindes auf den Grill. Und das zu einem Preis, der jedem Bauern in der Schweiz die Tränen in die Augen treibt. Genauso wie Benzin findet man hier das beste und saftigste Rindfleisch zu absoluten Dumpingpreisen. Eine Tatsache, an die wir uns gerne gewöhnen könnten.
Morgen sollte es dann endlich einmal an den Strand von Cape Coral gehen. Und sobald sich hier die Sonne zeigt, steigen auch die Temperaturen. Sonja behauptet ja, sie hätte bei mir bereits einen kleinen Sonnenbrand entdeckt. Ich kann es kaum glauben.
© Copyright 2024 Sonja Neuhaus & Roman Gubser
Sonja Neuhaus & Roman Gubser
5102 Rupperswil