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If I were a rich man...

Dienstag, 21. April 2015

Nach dem Aufstehen wurden wir mit nicht ganz Florida-konformen Wetter begrüsst: Regen! Nun ja, die extreme Luftfeuchtigkeit der letzten Tage diente ja gewissermassen als Warnung, und der warme Regen hörte auch sehr schnell wieder auf. Im Old Naples Trianon wurden wir für einmal angenehm vom Frühstücksangebot überrascht: Ein vielseitiges Continental Breakfast für 8 Dollar - da könnten sich einige andere Häuser davon inspirieren lassen.


Frisch gestärkt machten wir eine Trolley-Rundfahrt (Hop-on-hop-off) bei der uns der Fahrer Steven mit witzigen Anekdoten und Wissenswertem zu Naples unterhielt. Naples ist extrem gepflegt und bietet sehr vielen pensionierten Amerikanern einen gediegenen Lebensstandard in der zweiten Lebenshälfte. Gemäss Steven ist Naples ein Paradies auf Erden - und zwar eines, mit wenigen Verboten und sehr tiefer Kriminalität. "We can walk the beach whenever we want and it's never dangerous!".


Von der Third Avenue aus bummelten wir zum 300 m langen Naples Pier, wo zahlreiche Fischer ihr Glück versuchten. Geschickter als die meisten stellten sich die Pelikane beim Fischfang an - Riesenvögel, die aber sehr elegant durch die Luft gleiten können und auch in Sachen Akrobatik einiges zu bieten haben. Zum ersten Mal an diesem Tag sahen wir auch einige Delfine.


Nach einem Lunch in der Third Avenue kehrten wir mit dem Trolley zurück in die Tin City. Die alten Blechhäuser gleich am Dock beheimaten heute eine Reihe von Geschäften und Restaurants.


Auf einer Bootsrundfahrt den Gordon River entlang bis zur Mündung in den Golf von Mexiko erlebten wir die Villen der oberen 10'000 hautnah. Das bräunliche Wasser des Gordon Rivers ist nicht schmutzig, sondern wird vom Tannin der Mangrovenblätter (wie von Teeblättern) so eingefärbt. Dies geschieht nur im Brackwasser - im Meerwasser tritt dieser Effekt nicht mehr auf.


Nach dem Motto "Big House, Big Boat, Big Bank Account" besitzen nebst Steven Spielberg, Barbara Streisand, Sean Connery oder Sir Elton John die Hälfte aller Milliardäre in Amerika ein Anwesen hier in Naples. "Location, location, location" bestimmt hier über den Preis: so ist die strandnahe Seite des Gordon Rivers doppelt so teuer wie andere, da man dort zuerst ins Auto steigen muss, um an den Strand zu gelangen. Obwohl die Anwesen eigentlich alle bereits am Wasser liegen, will niemand vor der eigenen Haustür baden wegen der Bullhead Sharks, die in diesen Gewässern verkehren. Da lohnt es sich natürlich, einen eigenen Pool zu haben... Die etwa 450 piekfeinen Anwesen sind alle extrem gepflegt, auch wenn jeweils nur ca. 12 % bewohnt sind - es handelt sich ja schliesslich auch nur um 3., 4. oder 5-Wohnsitze ;-) Eine Armada von Gärtnern, Hausmeistern und Reinigungspersonal wird aber dennoch immer beschäftigt.


Geld spielt ganz offensichtlich keine Rolle: oft wird ein Grundstück mit Haus für 15 Millionen gekauft, das Haus abgerissen, und ein neues hingestellt. Ein nicht ganz günstiges Unterfangen: die Baumaterialien müssen alle importiert und über den Wasserweg angeliefert werden. Zur Befestigung braucht es im Wasser verankerte, 8 m hohe Betonpfeiler, die dann mit Stahl verbunden werden. Zum Anwesen gehört auf jeden Fall auch ein Bootssteg mit angemessen grossem Boot. Ausgeklügelte Baustrategien sind zwar zu sehen, es dominiert aber ein wilder Stilmix von "italienisch" über "modern" bis zu "rosafarben". Von den verschwenderischen Bauten und den Kinkerlitzchen der Schwerreichen reichlich unbeeindruckt war der Delfin, der uns ein Stück des Weges in der Seitenwelle des Schiffes mit Sprüngen beeindruckte.


Das Nachtessen genossen wir im L'Angolo, wieder an der 5th Avenue, beim Kaffee endete der Tag wie er begonnen hatte - mit Regen... Gemütlich war es unter dem grossen Sonnenschirm aber trotzdem!



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